Foto: Kleine/Oberarzt Institut für Neuroradiologie Berlin

Klinische Schwerpunkte

Das Institut für Neuroradiologie deckt alle diagnostischen und therapeutischen Bereiche des Faches ab.

Besondere therapeutische Schwerpunkte sind die Schlaganfallbehandlung und -prävention, die Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns und die Schmerztherapie.

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Informieren Sie sich über Krankheitsbilder, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

Behandlung akuter Schlaganfälle

Foto: Kleine/Oberarzt Institut für Neuroradiologie Berlin
Ausgangsbefund: Auf der linken Seite des Patienten (im Bild rechts) ist die mittlere Hirnarterie vollständig verschlossen.
Foto: Kleine/Oberarzt Institut für Neuroradiologie Berlin
Nach erfolgreicher mechanischer Thrombektomie: Das Gefäß ist wieder eröffnet. Der nachgeschaltete Gefäßbaum ist wieder durchblutet.

Der Schlaganfall (auch Gehirnschlag) ist gekennzeichnet durch den Verschluss einer Hirnarterie und ist ein zeitkritischer medizinischer Notfall. Je nach Größe des verschlossenen Hirngefäßes kommt es zu neurologischen Funktionsausfällen wie Sprachstörungen oder Lähmungen.

Wenn ein größeres Gefäß über einen längeren Abschnitt verschlossen ist, hat die alleinige medikamentöse Auflösung wenig Aussicht auf Erfolg.
Durch endovaskuläre Verfahren wird die Therapie sinnvoll ergänzt: Das Blutgerinnsel wird mechanisch aus dem betroffenen Gefäß entfernt und das Gefäß dadurch wieder eröffnet.
Je früher die gezielte Therapie eingeleitet wird, desto größer ist der zu erwartende günstige Effekt.

Siehe dazu auch Informationen der DGNR.

Der Eingriff wird durch das Institut für Neuroradiologie an allen Standorten der Charité durchgeführt. Patienten aus anderen Krankenhäusern werden außerhalb der normalen Arbeitszeiten dafür oftmals an einen der Standorte der Charité weitergeleitet. Da Diagnostik und Therapie sehr schnell durchgeführt werden müssen, steht rund um die Uhr ein erfahrener Neuroradiologe aus unserem Team für die Behandlung bereit (Rufdienst).

Die Patienten werden an allen Standorten der Charité durch die Klinik für Neurologie auf einer Stroke-Unit weiterbehandelt.

Stentangioplastie - Beseitigung von Verengungen der Hals- und Hirnarterien

Ausgangsbefund (links): Höchstgradige Engstelle am Abgang der inneren Halsschlagader (A. carotis interna). Nach Stent-Angioplastie (rechts): Das Gefäß ist wieder vollständig durchblutet.

Beseitigung von Verengungen der Hals- und Hirnarterien (Stentangioplastie)
Verengungen der Halsarterie haben oftmals Arteriosklerose, als auch Verletzungen der Halsarterien zur Folge und sind häufig die Ursache von Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen des Gehirns.
Vorsorgend beseitigt werden können diese minimalinvasiv, durch Implantation einer flexiblen Gefäßstütze, eines sog. Stents.

Aneurysmen - lokale Erweiterungen von Blutgefäßen

Aneurysmen (altgriechisch, Aufweitung) sind sackförmige Erweiterungen von Arterien, die den Patienten entweder durch ihre raumfordernde Wirkung oder durch ein Einreißen mit resultierender Blutung bedrohen. Das Institut für Neuroradiologie bietet alle verfügbaren endovaskulären Therapieformen für intrakranielle (innerhalb des Schädels befindliche) Aneurysmen an.
(Coiling, stentassistiertes Coiling, Flussteilerstents, intraaneurysmatische Flussteiler WEB)

Arteriovenöse Malformationen (AVM) - angeborene Fehlbildung der Blutgefäße

AVM sind angeborene Fehlbildungen der Blutgefäße, sogenannte „Gefäßknäuel“, mit direkter Kurzschlussverbindung von Arterien und Venen. Es kommt dabei zu einem erhöhten Blutfluss und zu einer Druckerhöhung im venösen System, während dem Gehirn über den Kurzschluss gleichzeitig sauerstoffreiches arterielles Blut entzogen wird.
Die daraus resultierende, sehr unterschiedliche Symptomatik reicht von Kopfschmerzen über Krampfanfälle bis hin zu Blutungen im Gehirn. Eine Therapie muss nicht immer erfolgen. In Fällen wo dies aber nötig und sinnvoll ist, bieten wir in Zusammenarbeit mit der Neurochirurgie und Strahlentherapie alle modernen Therapien – auch in Kombination – an.

Durale Arteriovenöse Fisteln (dAVF)

In einigen besonderen Fällen, unter anderem als Folge von einer Druckerhöhung oder Thrombose im Venensystem, kann es zu einer Öffnung kleiner Kurzschlussverbindungen an der harten Hirnhaut kommen. Überströmendes Blut kann dann zu einer Druckerhöhung in den Venen führen. Das kann vom Patienten unbemerkt bleiben. Es können aber auch Symptome auftreten, die von Schmerzen, Schwindel oder Sehstörungen bis hin zu einer Hirnleistungsminderung mit intellektuellem Abbau und Gedächtnisstörungen reichen.
Weitere Symptome können – je nach Lokalisation der AV-Fistel – ein pulsatiles Ohrgeräusch oder eine Symptomatik ähnlich einer Bindehautentzündung mit Schwellung und Rötung sein.

AV-Fisteln können in vielen Fällen per CT oder MRT diagnostiziert werden. Diese Modalitäten sind erste Wahl bei der Abklärung bei Verdacht auf eine dAVF. Die Modalität mit der größten diagnostischen Genauigkeit ("Goldstandard") ist die Angiographie, die in vielen Fällen dann zur weiteren Abklärung genutzt wird. Die Angiographie sichert nicht nur die Diagnose, sondern ist auch für die genaue Klassifikation der Aggressivität der Läsion und für die Planung einer endovaskulären Behandlung entscheidend.

Die Klassifikation der Läsionen ermöglicht eine Abschätzung des Risikos für bleibende neurologische Schäden oder eine lebensgefährliche Hirnblutung.

Die Behandlung richtet sich nach der Klassifikation.
Kleinere Läsionen mit niedrigem Blutungsrisiko können in vielen Fällen unbehandelt bleiben und werden immer wieder mit bildgebenden Verfahren kontrolliert.
Für größere Läsionen stehen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung, nämlich eine Operation, Bestrahlung, eine endovaskuläre Therapie oder eine Kombination mehrerer Verfahren. Die genaue Therapie muss in jedem Fall interdisziplinär entschieden werden.

Schmerztherapie

Akute oder chronische Rückenschmerzen sind sehr häufig. Je nach Beschwerdebild und Ursache der Schmerzen können Patienten von einer neuroradiologischen Intervention profitieren, meist einer sog. periradikulären Therapie (PRT) oder einer Facettengelenksinfiltration.

Eine sehr feine Nadel wird dabei an eine betroffene Nervenwurzel oder an ein schmerzhaftes Wirbelsäulengelenk herangeführt. Dort wird ein Schmerzmittel und meist zusätzlich ein kortisolhaltiges Medikament appliziert. Je nach Ansprechen kann die Therapie mehrmals, aufgrund der Kortisolgabe aber nicht beliebig oft, durchgeführt werden.

In vielen Fällen kann diese Therapie zu einer deutlichen und dauerhaften Schmerzreduktion führen.

Oftmals wird der Eingriff zu diagnostischen Zwecken durchgeführt, und zwar dann, wenn zuvor nicht eindeutig feststeht, von welchem Nerven oder welchem Gelenk die Schmerzen ausgehen. Dieser minimal-invasive und nebenwirkungsarme Eingriff kann dann zu einer eindeutigen Diagnose beitragen. Das ist besonders dann wichtig, wenn eine eine Engstelle entlastende Operation durchgeführt werden soll.

Der Eingriff wird durch die Neuroradiologie am CVK durchgeführt.